Alles hat seine Zeit - Urlaub, Krankheit, Babyzeit...
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Alles hat seine Zeit …

„Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde“ – so heißt es in der Bibel im Buch Prediger (Kapitel 3.1).
Vor allem im ersten Jahr mit Kind wurde mir das immer bewusster. Plötzlich war das Leben anders. Doch aufgrund der vielen aufeinanderfolgenden Wachstumsschübe änderten sich Können und Bedürfnisse des Säuglings so häufig, dass es schwierig war, „Schritt zu halten“. Kaum hatte ich eine Art Rhythmus und endlich verstanden, wie ich meinen Tag organisiere und weshalb wann wie geweint wird, da kam schon die nächste Entwicklung und alles war anders…
Ähnlich wie es auch in dem Buch Prediger heißt, haben wir uns unter Freunden in schwierigen Momenten immer wieder daran erinnert: Es ist alles „nur“ eine Phase!
Doch wie hilft mir das konkret? Folgendes bedeutet es für mich:

1. Nutze und schätze, was du gerade hast!

…denn es ist wirklich traurig, wenn du es erst zu schätzen weißt, wenn es nicht mehr da ist. Und es bringt dir auch nicht viel, sich immer nach Vergangenem oder Zukünftigem zu sehnen.
In den ersten Wochen als frischgebackene Mutter hatte ich in etwa diesen Tipp bekommen: „Warte nicht immer sehnsüchtig darauf, wann dein Kind endlich greifen, essen, sitzen o.ä. kann, sondern genieße und freue dich darüber, was es JETZT kann. Sonst verpasst du diese Zeit, vielleicht sogar die Kindheit! Denn es wird immer etwas geben, was dein Kind noch nicht kann.“
Nutze außerdem die Zeit, die du hast. Hast du gerade viel freie Zeit, weil du z.B. ständig stillen musst oder das Kind viel schläft, verschwende sie nicht. Nutze sie, um Neues (kennen) zu lernen, zu Lesen, Hörbücher zu hören, Zeit mit anderen zu verbringen, verwende sie für Andere. Oder auch „nur“ um dich zu erholen – das ist auch vollkommen ok! Aber tue es gezielt. Hast du wenig Zeit, dann genieße das, was du gerade tust, und halte dir ggf. als Notiz fest was dir einfällt, was du noch tun könntest – für später.

2. Kopf hoch – es kommen auch wieder andere Zeiten!

Unser erstes Weihnachten als 3-köpfige Familie war nicht gerade so, wie man es sich erträumt: Pünktlich zum 24.12. änderte unser Zwerg mit 3,5 Monaten sein komplettes Schlaf- und Essverhalten über Nacht. Das endete u.a. darin, dass wir an Weihnachten irgendwann von meinen Eltern nach Hause gefahren sind, da man sich aufgrund des Geschreis wegen Hunger und Müdigkeit (er wollte jedoch nicht schlafen und wegen der Müdigkeit nicht trinken) nicht mehr unterhalten konnte. Silvester waren wir bei Freunden – nach 5h, in denen ich 3h relativ alleine zum Stillen im Arbeitszimmer saß (jegliches Geräusch hat zu sehr abgelenkt), sind wir recht frustriert nach Hause gefahren. Alles in Allem gehörten wir somit nicht zu der Gruppe von Menschen, die von einem schönen ersten Weihnachtsurlaub als Familie erzählen können. 😉
In diesen Momenten kommt es mir oft so vor, als wäre dies jetzt bis an mein Lebensende so. Wie trügerisch in diesem Moment doch das Zeitgefühl und die Wahrnehmung sind! Und wie wichtig, den Blick in dieser Situation wieder auf’s Wesentliche auszurichten. Es ist okay, wenn es jetzt blöd läuft oder man nichts „schafft“, es ist nicht das Lebensziel jetzt viel zu schaffen. Meine Hauptaufgabe JETZT, in diesem Moment, ist es, Mutter zu sein! Und das ist, genau betrachtet, eigentlich ein Geschenk. 😊

Nicht nur für Mütter relevant

Doch der Prediger spricht nicht nur zu Müttern. Dieses Prinzip gilt für jede Lebenslage. Nur dass man es, meiner Meinung nach, mit Säugling noch intensiver wahrnimmt (evtl. aufgrund des schnellen Wechsels und des Schlafmangels? Wer weiß…). Dadurch wird diese Lektion noch gewinnbringender – denn sie gilt nicht nur für die Zeit mit Baby. Außerdem bietet Sie auch ein interessantes Gesprächstthema, bei dem das Kind nicht im Mittelpunkt steht und das sich so auch gut für Gespräche mit Anderen, die keine Mütter sind, anbietet. Denn auch das hat seine Zeit. 😊

Das war eine der Sachen, die ich in der Anfangszeit als Mutter gelernt habe. Was ich außerdem noch gelernt habe, davon kannst du in dem Artikel „Was ich im 1. Jahr durch mein Kind alles lernen durfte“ lesen. 
Weitere Gedanken von Hariett zum Thema „Alles hat seine Zeit“  gibt es hier zu finden.

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