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Als Familie Gastfreundschaft leben

In meiner Kindheit hatten wir als Familie oft Gäste zu Besuch. Teilweise kamen sie aus verschiedensten Ländern der Welt und hatten oft spannendes zu erzählen…
Gäste zu haben, ist jedoch – vor allem, wenn man kein Kind mehr ist 😉 – immer auch mit Aufwand verbunden. Kennt ihr auch die Überlegung,  ob man sich diesen Aufwand wirklich „antun“ möchte? Gleichzeitig ist Gastfreundschaft aber auch eine schöne Sache und für die ganze Familie bereichernd. Und wenn man sich dafür entschieden hat, sich in seinem Leben von der Bibel etwas sagen zu lassen, wird man hier sogar dazu aufgefordert, Gastfreundschaft zu leben.

Doch wie soll man dem auch mit kleinen Kindern nachkommen?

Nicht aus den Augen verlieren, um was es bei Gastfreundschaft wirklich geht

Ich denke vor allem als Frau neigt man schnell dazu, alles zu perfekt haben zu wollen. Alles aufgeräumt, geputzt, dekoriert, ein tolles Menü…
Natürlich ist es schön, wenn man als Gast merkt, dass der Andere sich Mühe gegeben hat. Doch Gastfreundschaft muss nicht zwingend mit extrem großem Aufwand verbunden sein – man kann auch Einladen und Pizza bestellen statt groß Aufzukochen. Es geht doch vor allem um die Gemeinschaft und darum, den Anderen zu sehen! Sich auszutauschen und zu ermutigen. Das darf im Zentrum stehen. Es muss nicht wöchentlich sein, wenn man nicht die Kapazität dazu hat. Denn solche Phasen gibt es auch!

Überlegen & kreativ werden

Wir konnten in den letzten Monaten aus verschiedenen Gründen nicht so oft und viel zu uns einladen, wie wir es eigentlich gerne tun. Und es hatte sich abgezeichnet, dass es sich nicht so schnell wieder ändern wird. Was uns geholfen hat, war, aktiv zu überlegen, an wem wir auf jeden Fall dranbleiben wollen. Welchen Kontakt wir auf jeden Fall nicht vernachlässigen und in enger Verbindung bleiben möchten, statt nur hier und da mal per Messenger zu schreiben. Und dann kreativ zu werden.
So haben wir z.B. einfach einen Arbeitskollegen meines Mannes, der inzwischen auch ein sehr guten Freund von uns ist, immer mal wieder in der Homeoffice-Mittagspause zu uns zum Mittagessen eingeladen. Dies bietet sich erst recht an, da er inzwischen nur noch ca. 5 Minuten von uns entfernt wohnt.

Sind die Kinder groß genug, kann man sie auch gut mit einbeziehen in die Vorbereitungen – sie können beispielsweise mitkochen, den Tisch decken oder ein „Gastgeschenk“ vorbereiten. Eine Idee dazu wären Brotzeittüten gefüllt mit Cookies oder ähnlichem (je nachdem, wie viel Zeit man hat). Mehr dazu in diesem Artikel: Klick.

Außerhalb Gemeinschaft genießen

Eine andere Idee habe ich bei einer Familie in Kopenhagen kennengelernt.
Vor der Geburt unseres ersten Zwerges haben wir eine Gegeneinladung der Familie angenommen.
Wenn ihr mit jemandem aus Kopenhagen zu tun habt: beklagt euch nicht über die eigene, evtl. enge Wohnraumsituation bei uns in Deutschland/Großstädten! Dort sind unsere Wohnsituationen entweder normal oder bedeuten sogar viel Platz, wie ich sehr schnell feststellen musste. Wir hatten das Thema angeschnitten und dann recht schnell wieder fallen gelassen… Als Beispiel: Diese Familie hat 3 Kinder. Wenn man in das kleine gestapelte 3-Zimmer-Haus geht, befindet sich noch im Gang der Esstisch, das bisschen Küche ist gleichzeitig der relativ schmale Durchgang zum kleinen Wohnzimmer. Das Bad hat nur ca. 4m² und auch die anderen Zimmer sind nicht so besonders groß… Und zu alledem meinte die Mutter der Familie zu mir, dass sie Glück haben und froh sind, so viel Wohnraum zu haben.
Es ist jedoch entsprechend schwierig für sie als Familie, dort Besuch zu haben – vor allem andere Familien mit Kindern in ähnlichem Alter. Ihre kreative Lösung: Sie haben sich eine Jahreskarte für  das „Experimentarium“ [ein Experimentemuseum – sehr zu empfehlen, falls ihr mal dort Urlaub macht!] gekauft mit der sie Gäste mitbringen können, ohne dass diese etwas zahlen müssen. Es gibt dort außerdem einen schönen Essensraum für mitgebrachtes Essen. Und wenn sie jetzt jemanden einladen, dann oft dorthin. Die Kinder sind glücklich & beschäftigt und auch als Erwachsener kann man dort super Gemeinschaft haben.

Falls du aus München kommen solltest: Ähnliches liese sich mit dem Museum Mensch und Natur umsetzen. Dort gibt es einen vergünstigten Sonntagseintritt (2,30€/Erwachsener, U18 kostenlos) mit einem großen Brotzeitraum.
Und auch in dem Deutschen Museum (auch in den Zweigstellen) kann 1 Elternteil noch einen Erwachsenen sowie alle Kinder kostenlos mit rein nehmen.
In anderen Städten gibt es sicher ähnliche Angebote!

Aber auch ohne solch eine Jahreskarte lässt sich Gemeinschaft außerhalb gut genießen. So kann man beispielsweise im Sommer auch einfach zum Picknick auf einer Wiese neben einem Spielplatz einladen. Und muss nicht mal davor oder danach groß aufräumen, Krümel sind auch kein Problem. 😉

Neue Leute einladen

In meiner Zeit als Au-Pair in England habe ich auch viele schöne Erfahrungen gesammelt. In der Baptist Church, in die ich dort ging, war es gängig, dass die Studenten nach dem Gottesdienst immer von verschiedenen Paaren, Familien, WGs oder auch Alleinstehenden zum Mittagessen daheim eingeladen wurden. Oft war man so bei Leuten, mit denen man davor noch nichts oder kaum ein Wort gewechselt hatte und hat neue, interessante Menschen kennengelernt. Es waren immer wirklich richtig schöne Sonntage, an die ich mich sehr gerne zurückerinnere!

An die Situation angepasst…

Nicht jede dieser Ideen eignet sich für jeden und jede Situation – vor allem in den aktuellen Zeiten. Aber das oben Beschriebene soll auch nur genau das sein: Ideen. Und eine Ermutigung, aktiv & kreativ zu werden, wenn es um Gastfreundschaft geht!

Wie praktiziert ihr Gastfreundschaft, wenn es gerade drunter und drüber geht? Wenn manche Gegebenheiten gerade eher ungünstig sind?
Oder wie stellt ihr sicher, dass sich das Einladen von Anderen nach einer Phase, in der es wegen Coronabeschränkungen, Magen-Darm-Rotation in der Familie o.ä. gerade nicht geht, nicht verliert? In Phasen, in denen eine Krankheit die nächste Jagt?

[Anmerkung: Zu dieser Krankheitssituation, und wie man damit gut umgeht, habe ich in diesen Artikeln zwei Mütter interviewt: Interview mit Beate, Interview mit Beccy]

Konkrete Ideen, wie man die Kinder auf die Gäste vorbereiten und mit einbeziehen kann, können in dem Blogartikel „Herzensgeschenk-Gastfreundschaft“ gefunden werden.

Wer Englisch versteht und noch mehr Imput zum Thema haben möchte, hier ist eine gute Podcastfolge von Risen Motherhood zum Thema Gastfreundschaft als Familie bzw. „Hospitality in little years“ (zum Anhören oder auch zum Lesen des Skriptes).

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1 Kommentar

  1. Vielen Dank für die Verlinkungen von meinem Blogbeitrag! Für uns ist Gastfeundschaft auch ein hoher Wert und vor allem im Sommer genießen wir die Gemeinschaft mit Freunden im Garten …
    Hoffen wir das unsere Artikel dazu beitragen das mehr Menschen ihre Herzen und Türen öffnen, ein echter Beziehungsbooster!
    Liebe Grüße,
    Sonja von mothearthood

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