Fünf Kinderbibeln für Kinder ab 3 Jahren nebeneinander auf einem Tisch
Familie Gedanken & Glaube Kinder

6 Kinderbibeln für Kleinkinder im Vergleich (ca. 3-6 Jahre)

Eine gute Kinderbibel war mir von Anfang an wichtig. Ich war sehr erstaunt, wie schwierig es ist, eine gute Kinderbibel für Kleinkinder zu finden!
Denn der Bibel lernen wir Gott kennen – sein Wesen, seine Eigenschaften, was er tut und wie er ist. Und wenn das real ist – und davon bin ich überzeugt – dann ist das auch schon für meine kleinen Kinder relevant. Jeden Tag.

Wie sollen sie beten, wenn sie nicht wissen, zu wem sie da eigentlich reden? Wenn der Gesprächspartner völlig fremd ist? Wie sollen sie keine Angst haben, wenn sie nicht wissen, dass Gott groß ist – und das nicht nur als Satz, sondern weil sie anhand von Geschichten erfahren haben, was er schon alles getan hat?

Dazu kommt: An vielen Orten werden, bewusst oder unbewusst, falsche Dinge über den Gott der Bibel erzählt. Ich möchte, dass meine Kinder früh ein Gespür dafür bekommen, wenn etwas nicht stimmt – wenn Aussagen sich nicht mit der Bibel decken. Dazu müssen die Inhalte einer Kinderbibel korrekt sein. Das ist für mich nicht verhandelbar.

Deshalb habe ich mich durch einige Kinderbibeln gelesen – und ich teile hier, was uns überzeugt hat und was nicht.
Ich kenne 4 Kinderbibeln, die ich emfpehlen würde – und 2, von denen ich nur abraten kann.

Bei uns findet das Bibellesen hauptsächlich abends statt – vor dem Zähneputzen, wenn die Kinder noch aufnahmefähig sind. Manchmal wählen sie anschließend eine weitere Geschichte der Kinderbibel aus Nach etwa zwei Monaten sind wir meist durch eine Kinderbibel durch – dann lesen wir sie noch 3–4 Mal, bevor wir mit einer anderen abwechseln.

Für Kinder unter 3 Jahren haben wir statt einer Kinderbibel oft kleinere Heftchen mit Bibelgeschichten genutzt – z.B. „Von Schafen, Perlen und Häusern“ oder die Heft-Serie „Kleine Bibelhelden“. Bei letzteren lohnt es sich, vorher reinzuschauen — die Qualität ist unterschiedlich (ich fand die Bilder nicht immer stimmig zum Text). Dazu vielleicht ein anderes Mal mehr.

Was mir bei einer Kinderbibel wichtig ist

Bevor ich zu den einzelnen Büchern komme, kurz meinen Kriterien – damit du besser einschätzen kannst, ob unsere Empfehlung zu dir passt.

1. Inhaltliche Korrektheit
Das mir wichtigste Kriterium. Eine Kinderbibel, die Dinge falsch darstellt, schadet mehr als sie nützt. Kinder prägen sich früh ein, was sie hören.

2. Altersgerechte Sprache
Kurze Sätze, verständliche Worte – ohne dass der Inhalt dabei verloren geht. Gleichzeitig aber so erklärt, dass ich nicht immer wieder Erklärungen einschieben muss.

3. Illustrationen
Bilder sind bei kleinen Kindern oft das Erste, was Eindruck macht. Sie sollten ansprechend und dem Alter entsprechend sein – und nicht, im schlimmsten Fall, schlechte Träume verursachen. Hier habe ich jedoch auch erfahren, dass die Geschmäcker sehr verschieden sein können.

4. Roter Faden
Die Bibel ist keine Sammlung einzelner Gute-Nacht-Geschichten – sie ist eine große Geschichte, bestehend aus vielen einzelnen Geschichten. Es besteht ein Zusammenhang. Eine gute Kinderbibel macht das spürbar.

Meine Kinderbibel Empfehlungen (ab ca. 3 Jahren)

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Ich empfehle nur, was ich wirklich gut finde.

Vier empfohlene Kinderbibeln als Bücherstapel auf einem Tisch

Ich bin bei dir – Sarah Young (Gerth Medien)

Ab ca. 3 Jahren (Verlagsangabe: ab 2)
🔗 Zum SCM Shop* — 22,00 €
📝Leseprobe*

Nette, kindgerechte Bilder und eine Sprache, die wirklich für kleine Kinder gemacht ist. Nach jeder Bibelgeschichte gibt es eine kurze(!) Andacht – einen direkten Bezug zum Alltag des Kindes. Das finde ich stark: die Geschichte wird nicht einfach erzählt und dann ist sie vorbei, sondern sie landet im Leben des Kindes.

Wichtig zu wissen: Die Andacht am Ende ist mit ihren wenigen, kindgerechten und direkten Sätzen deutlich kürzer als die Bibelgeschichte selbst – sie ist ein Zusatz, kein Ersatz. Die Geschichte steht im Zentrum, die Andacht ergänzt sie nur kurz und stellt einen Bezug zum Alltag des Kindes her. Das finde ich gut. Wenn einem das nicht gefällt, kann man sie auch alternativ einfach nicht vorlesen.

Die Bibelgeschichten sind möglichst nah am Original, ohne Kinder unnötig zu erschrecken. Ein Beispiel: Bei der Geschichte mit Abraham wird nicht ausgeführt, was Gott konkret von ihm verlangt hat – aber die Kernaussage bleibt erhalten. Es wird davon erzählt, dass Gott fragt, ob Abraham bereit ist, ihm sein Wertvollstes zu geben. Das finde ich sehr gut gemacht.

Einen durchgehenden roten Faden zwischen den Geschichten gibt es leider nicht – das ist der einzige Kritikpunkt meinerseits.

Achtung: Nicht verwechseln mit dem gleichnahmigen Buch der selben Autorin für Erwachsene, mit dem Untertitel „366 Liebesbriefe von Jesus“!

Die große Bibel für Kinder – Tanja Jeschke (Deutsche Bibelgesellschaft)

Ab ca. 4–5 Jahren (Verlagsangabe: ab 4)
🔗 Zum SCM Shop *— 26,95 €
📝Leseprobe*

Diese Kinderbibel hat 2015 den Christlichen Buchpreis als beste Kinderbibel gewonnen. Die Illustrationen von Marijke ten Cate sind wunderschön und großformatig, die Sprache lebendig und nah am Original. Besonders gut: Zu jeder Geschichte wird die Originalbibelstelle angegeben. So können Eltern und Kinder, wenn sie älter werden, direkt nachschlagen und Inhalte vertiefen oder prüfen. Mir ist das selbst schon zugutegekommen – ich hatte dachte, zweimal, dass etwas anders wäre, wurde dann jedoch beim Nachschlagen eines Besseren belehrt und durfte zum Beispiel erfahren, wie sehr meine Vorstellung hinsichtlich der Weihnachtsgeschichte durch Krippenspiele beeinflusst wurde.

Außerdem sind auch weniger bekannte Geschichten enthalten: Wie zum Beispiel Esther, Nehemia und den Reisen von Paulus.

Ein kleiner Kritikpunkt: Zwischen manchen Geschichten gibt es Übergänge, zwischen vielen nicht. Das ist schade – denn so entsteht leicht der Eindruck, als wären es Geschichten, die nicht zusammengehören.

Info: Es gibt inzwischen schon die 17. Auflage dieser Kinderbibel. Wir besitzen die 16. Auflage, die noch die Geschichte von Nehemia enthält. In der aktuellen 17. Auflage ist sie weggefallen – dafür sind die Sturmstillung und das Gleichnis vom verlorenen Schaf neu dazugekommen. Es soll hier auch einen besseren Zusammenhang zwischen den Geschichten geben.

Gottes großes Versprechen – Carl Laferton (Verbum Medien)

Ab ca. 3 Jahren (Verlagsangabe: ab 2)
🔗 Zum SCM Shop* — 27,90 €
📝 Leseprobe*

Diese Kinderbibel hat einen besonderen Blickwinkel: Sie betrachtet die Bibel als großes Ganzes. Durchgehend. Von Anfang bis Ende zieht sich ein roter Faden, auf den sie immer wieder hinweist. Als zweiten Schwerpunkt: Gott gibt Versprechen – und er hält sie. Immer.

Das gibt es selten in Kinderbibeln. Und es ist jedoch wichtig: Kinder verstehen dadurch, dass die Bibel keine Sammlung netter Geschichten ist, sondern eine große Geschichte, in der Gott der Hauptdarsteller ist.

Dazu kommen Geschichten, die in anderen Kinderbibeln nicht zu finden sind: Deborah, Johannes der Täufer im Gefängnis, die Himmelsleiter bei Jakob. Nur ein paar Beispiele.

Ein Hinweis jedoch: Jede Geschichte ist gekürzt – inhaltlich korrekt, aber nicht mit allen Details. Bei Esau und Jakob zum Beispiel wird gesagt, dass Jakob betrügt und so den Segen erhält – aber die genaue Situation wird nicht vollständig ausgeführt. Das ist für das Alter angemessen und sie würde ansonsten für eine Kinderbibel für dieses Alter wahrscheinlich zu umfangreich werden. Manchmal finde ich es trotzdem etwas schade.

Meine erste Bilder Bibel – Kenneth N. Taylor (Gerth Medien)

Ab ca. 3 Jahren (Verlagsangabe: ab 3)

⚠️ Hinweis: Dieses Buch ist neu nicht mehr erhältlich — gebraucht z.B. über Amazon oder Medimops verfügbar. (wobei ich fast alle unsere Kinderbibeln über Kleinanzeigen oder Vinted gekauft habe…)

Diese Bibel ist ideal für den Einstieg – besonders für die Jüngsten oder wenn Geschwisterkinder unterschiedlichen Alters zusammen zuhören. Pro Geschichte gibt es nur etwa fünf Sätze und eine Abschlussfrage. Das klingt nach wenig – ist aber genau das Richtige.

Denn diese Frage am Ende ist eine Einladung zum Gespräch. Und Gespräche über Gott sind in diesem Alter das Wertvollste überhaupt. Wer die Bibel kennt, kann von dort aus weitererzählen, vertiefen, verbinden. Die Bibel gibt den Anstoß – das Gespräch gibt dem Kind den Raum.

Einen Zusammenhang zwischen den Geschichten gibt es nicht. Das ist bewusst so – und für das Alter in Ordnung.

Welche Kinderbibeln ich nicht empfehlen kann

Herders Kinderbibel – Ursel Scheffler (Herder Verlag)

(Verlagsangabe: ab 4)

Diese Kinderbibel hat schöne Bilder, die Geschichten sind schön geschrieben – doch sie war eine Enttäuschung. Und das aus einem klaren Grund: Es gibt große inhaltliche Fehler.

Zwei Beispiele, die mir beim Anschauen sehr schnell aufgefallen sind, bevor ich sie dann aussortierte:

  • Beim letzten Abendmahl wird gesagt, dass Jesus Ostern feiert. Das ist falsch – Jesus feierte mit seinen Jüngern das jüdische Pessachfest (Lukas 22,15). Ostern als christliches Fest gab es zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht…

  • Bei der Geschichte mit der Schlange in 1. Mose 3 wird Eva so dargestellt, als ob die Schlange sie als feige bezeichnet und sie dadurch provoziert, die Frucht zu essen. Das trifft den biblischen Kern nicht. Die Schlange zweifelt in der Bibel Gottes Wort an – „Hat Gott wirklich gesagt…?“ – und stellt Gottes Charakter in Frage. Das ist der eigentliche Kern der Versuchung: ein Angriff auf das Vertrauen in Gott, keine Mutprobe.

Das sind keine Kleinigkeiten. Kinder prägen sich früh ein, was sie hören. Deshalb kann ich diese Kinderbibel nicht empfehlen.

Cover der Herders Kinderbibel von Ursel Scheffler und Betina Gotzen-Beek, Herder Verlag
Rückseite der Herders Kinderbibel mit Verlagstext und Illustration von Tieren am Wasser

Meine erste Kinderbibel – (Parragon Verlag)

(Verlagsangabe: ab 4)

Der Titel verspricht eine erste Kinderbibel – aber Sprache und Inhalt halten das nicht. Das Vaterunser beispielsweise wird nahezu 1:1 aus dem Original übernommen. Für Kleinkinder ist das nicht verständlich und braucht viel Erklärung. Auch wenn man erst mit 4 Jahren beginnen sollte die Kinderbibel vorzulesen.

Dazu kommen einige inhaltliche Ungenauigkeiten – zum Beispiel baut Noah nur ein paar Monate, nicht  viele Jahre an der Arche.
Ein weiteres, gewichtigeres Beispiel: Nachdem Eva und Adam von der Frucht aßen, heißt es „Als Gott am Abend mit Adam und Eva sprach, wusste er, was vorgefallen war. Wütend forderte er die beiden auf, den Garten zu verlassen.“ Liest man das Original, sieht man, dass in der Bibel etwas anderes zu finden ist – kein wütender Gott!

Wer die Geschichten frei erzählen möchte, kann die Bilder dieser Kinderbibel eventuell nutzen. Vorlesen würde ich sie, aufgrund der vielen inhaltlichen Fehler, nicht. Als erste Kinderbibel oder für das Kindergartenalter würde ich sie, aufgrund des hohen Niveaus der Erzählungen, ebenfalls definitiv nicht wählen.

Fazit

Ich habe noch keine Kinderbibel gefunden, die mich zu 100% überzeugt. Vielleicht liegt es daran, dass es menschliche Verfasser sind? Ein paar kommen jedoch recht nah dran. Ich war froh, als ich sie gefunden hatte – die Suche war schwieriger als gedacht. Ich hoffe, ich kann dem einen oder anderen dabei helfen.

Eine Kinderbibel ist kein Ersatz für die echte Bibel – aber sie ist eine Tür. Und welche Tür wir unseren Kindern öffnen, darauf sollte man schon etwas achten.

Wie sieht es bei euch aus – welche Kinderbibel nehmt ihr? Falls ihr zu einzelnen Bibeln eine Frage habt, schreibt mir gerne via E-Mail (siehe Kontakt) oder im Kommentarfeld unten.

 

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