Kreatives DIY

Herbstkranz selber machen: aus dem, was bei dir wächst

— Direkt zur Anleitung —

Nachdem es im Winter so viel Spaß gemacht hat, Adventskränze zu machen, habe ich es jetzt endlich zu einem Herbstkranz geschafft (… manchmal kommen im Leben Dinge dazwischen, die wichtiger sind …).

Lange habe ich recherchiert und gesucht, wie ich am besten vorgehe. Die größte Entdeckung war: Den Rohling, also das Grundgerüst des Kranzes, kann man auch aus Weinranken oder aus Brombeerranken machen!
[Da das, vor allem in Großstädten, nicht jedem zur Verfügung steht, nenne ich dir auch kaufbare Alternativen.]

Meinen Kranz habe ich — bis auf ein paar im Urlaub gesammelte Pflanzen und Zapfen — nur aus Dingen gemacht, die ich im Garten oder in der unmittelbaren Umgebung gefunden habe. Einen Garten brauchst du dafür aber nicht zwingend: Am Waldrand, im Park oder auf dem Balkon findest du auch vieles!

An Werkzeug brauchst du eine (Garten-)Schere zum Schneiden. Bindedraht brauchst du nur zum Aufhängen und für die Zapfen. Wenn du auf Zapfen verzichtest, kommst du auch ohne aus.

Insgesamt war es sehr einfach. Das Schwierigste fand ich, zu wissen, welche Pflanzen sich eignen und welche nicht.

Welche Pflanzen eignen sich für einen Herbstkranz?

Der Trick ist eigentlich nur einer: Du bindest den Kranz frisch, und er trocknet dann an der Tür. Deshalb brauchst du Pflanzen, die beim Trocknen ihre Form behalten.

Das tun Blätter, die ledrig, filzig oder nadelig sind. Schlecht geeignet ist dagegen alles mit viel Wasser im Blatt — das fällt beim Trocknen einfach in sich zusammen. Genauso Blätter, die sich einrollen oder rieseln.

Berücksichtigst du das nicht, wird der Kranz schnell kahl, braun, oder er schimmelt.

Zwei Dinge lasse ich grundsätzlich weg: giftige Beeren und alles, was die Haut reizt oder Stacheln hat.
Der Kranz hängt an der Haustür auf Kinderhöhe — und es kann auch mal etwas abfallen und am Boden liegen. Deshalb kommen für mich zum Beispiel Johanniskraut und Thuja nicht in Frage.

Im Folgenden findest du deshalb — als Inspiration — geeignete Pflanzen sowie die Info, was nicht geeignet ist.

Ein Tipp vorweg: Schneide oder pflücke die Pflanzen nicht zu knapp, sonst kannst du sie später nicht mehr stecken. Abschneiden kannst du hinterher immer noch, wenn etwas zu lang ist.

Als tragendes Grün

  • Kiefer — mein wichtigstes und dankbarstes Material. Hält ewig, verliert kaum Nadeln und gibt dem Kranz Volumen. Schneide nur dort, wo grüne Nadeln sitzen: Aus altem Holz treibt Kiefer nicht mehr nach.
  • Buchsbaum — biegsam, ledrig, hält monatelang. Unauffällig, aber ein zuverlässiger Lückenfüller.
  • Wacholder — silbriger Kontrast, das ganze Jahr verfügbar. Die Nadeln piksen, zieh dir Handschuhe an. Treibt aus altem Holz ebenfalls nicht nach.

Als Flächenfüller

  • Eukalyptus — graugrün, ledrig, unglaublich haltbar. Für mich der schönste Füller überhaupt.
  • Purpursalbei — die filzigen Blätter behalten ihre Form und bringen ein weiches Graugrün-Violett rein.
  • Lavendel — silbrige Triebe, Form und Duft bleiben erhalten. Nimm im Herbst aber wirklich nur einzelne Triebe und schneide die Pflanze nicht zurück. Der große Rückschnitt gehört ins Frühjahr; schneidest du jetzt kräftig, treibt der Lavendel nochmal aus und geht ungeschützt in den Winter.
  • Heidekraut — feine hellgrüne Schuppentriebe, rieselt kaum und hält lange die Form. Falls du keins im Garten hast: Im Herbst gibt es Besenheide oft günstig im Supermarkt.
  • Silber-Greiskraut — die hellen, fast weißen Blätter. Sie bringen Licht in den Kranz, der sonst schnell dunkel wirkt.

Als Akzente, punktuell gesetzt

  • Rispenhortensie — der größte Blickfang. Schneide sie erst, wenn die Dolden umgefärbt haben, also grünlich oder rosa geworden sind, und sich leicht pergamentartig anfühlen. Solange sie noch weiß und weich sind, welken sie im Kranz und werden braun. Ich habe sie frisch reingesteckt, sie trocknet dort von allein.
  • Hagebutten mit Rosenlaub — die einzige kräftige Farbe bei mir. Lass das Laub am Zweig, das wirkt natürlicher.
  • Zapfen und Eicheln — geben Struktur. Setze sie einzeln statt in Grüppchen, das führt das Auge im Kreis.
  • Schafgarbe — feine weiße Dolden, halten Form und Farbe gut.

Bestimmte Teile einer Pflanze

Manches taugt nicht als Ganzes, aber einzelne Teile sind wunderbar.

  • Knöterich — die Blütenrispen, luftig und fein. Im Blütenstadium schneiden, dann trocknen sie sehr gut.
  • Oregano — die abgeblühten Samenstände.
  • Braunelle — die braunen Samenköpfchen. Sie öffnen sich beim Trocknen sternförmig und werden dabei kupferfarben.
  • Spiraea — nur die getrockneten Blütendolden. Das Laub fällt ab und hat im Kranz nichts verloren.

Welche Pflanzen sich nicht eignen:

  • Storchschnabel, Deutzie, Walderdbeere, Möhrenlaub, Zitronensalbei, Frauenmantel-Blätter und Prachtkerze — sie sind zu weich und fallen beim Trocknen zusammen.
  • Feldahorn und grün geschnittene Rotbuche rollen sich ein oder werden spröde.
  • Vollreifes Reitgras rieselt.
  • Aus Sicherheitsgründen: Johanniskraut (leicht giftig) und Thuja — die ist giftig, und der Saft kann die Haut reizen.

Drei Pflanzen, die sich immer(!) lohnen

Da ich gerne Kränze binde und dekoriere, habe ich drei Pflanzen extra dafür bei der Planung meines Gartens und der einzelnen Beete berücksichtigt:

  • Zwei Eukalyptuspflanzen habe ich extra für Türkränze in den Garten gesetzt. Eukalyptus macht sich in wirklich jedem Kranz gut — und im Laden ist er teuer. Die Pflanze kostet zwar einmal ungefähr dasselbe, aber danach kannst du jedes Jahr schneiden, ohne dafür Geld auszugeben.
  • Die zweite Pflanze ist die Hortensie – besser gesagt: die Rispenhortensie. Sie wertet jeden Kranz enorm auf, und du kostest dich damit keine Blüte: Sie blüht am neuen Holz, der eigentliche Rückschnitt kommt sowieso erst im Frühjahr. Warte nur, bis die Dolden umgefärbt haben und sich leicht pergamentartig anfühlen — dann trocknen sie im Kranz von allein. (Achtung: bei anderen Hortensienarten ist das anders!)
  • Lavendel – mit seiner Form und seinem Durt, ist er in jedem Kranz ein Gewinn. Und ein paar Monate im Jahr wird man zusätzlich mit den Blüten belohnt.

Sie eignen sich nicht nur für Kränze, sondern für verschiedenste Dekorationen: als Gruß für Gäste, als Verzierung bei einem Geschenk, als Tischdeko in der Vase… sie sind ein wahrer Allrounder. Aber auch so sind sie im Garten ein Hingucker.

Man muss jedoch beachten, dass sie nicht zu jeder Jahreszeit geschnitten werden sollten/können bzw. sie vorab geschnitten und „haltbar gemacht“ werden müssen.

Wo du Material für den Herbstkranz sammeln darfst

Im eigenen Garten ist die Sache klar. Draußen gilt die sogenannte Handstraußregel: Kleine Mengen für den Eigenbedarf darfst du an Wegrändern und im Wald pflücken. Nicht erlaubt ist es in Naturschutzgebieten, bei geschützten Arten und auf fremden Grundstücken.

Und ganz praktisch: Heruntergefallenes ist immer unproblematisch. Zapfen und Eicheln musst du ohnehin nur aufheben.

Anleitung zum Binden des Herbstkranzes

Schritt 1: Den Kranzrohling aus Ranken binden

Zum Binden der Kranzbasis habe ich die Brombeerranken genommen, die ich bei der Gartenpflege sowieso herausschneiden musste (die Pflanze steht bei mir bewusst im Kübel, weil sie sich sonst rasend schnell ausbreitet).
Weinreben eignen sich genauso gut — die hatte ich kurz davor leider schon entsorgt.

  1. Entferne zuerst alle Blätter.
  2. Dann biegst du ein langes Stück zu einem Kreis in der Größe, die du haben willst, und wickelst das überschüssige Ende um den Kreis herum.
  3. Danach nimmst du Stück für Stück die weiteren Ranken und wickelst sie immer wieder um den vorhandenen Kreis, bis er dick genug ist. Mindestens zwei Zentimeter sind gut. Achte darauf, dass er in etwa gleichmäßig dick wird.

Trocknen lassen musst du ihn nicht. Im Gegenteil: Frisch ist er biegsam, und du bekommst die Stiele noch gut zwischen die Windungen. Ein durchgetrockneter Ring wird starr und splittert dir beim Einstecken. Was von selbst passiert: Alles trocknet gemeinsam und zieht sich dabei zusammen — dadurch verkeilt sich alles von allein.

(Das gilt so, weil sich das Geflecht selbst hält. Wenn du deinen Ring mit Draht zum Kreis zwingst, lass ihn erst ein bis zwei Wochen in Form trocknen und löse den Draht danach — sonst federt er wieder auf.)

Alternative: Du kannst dir auch einen Metall- oder Strohkranz besorgen. Da hält aber nichts von allein, deshalb brauchst du dann zwingend Bindedraht oder eine Heißklebepistole zum Befestigen der Pflanzen.

Schritt 2: Material für den Herbstkranz bereitlegen

Bevor es losgeht, lohnt es sich, alles auszulegen. So siehst du auf einen Blick, was du in welcher Menge hast, und kannst es gleichmäßig verteilen. Bei mir ist es trotzdem zwischendurch ausgegangen und ich musste nochmal in den Garten. Aber auch später, als der Kranz an der Türe hing, bin ich kurz durch den Garten gegangen und habe noch Kleinigkeiten als Ergänzung geholt und ihn dann an der Türe komplett fertig gestellt.

Schritt 3: Den Herbstkranz stecken

Ein Kranz aus Weinreben oder Brombeerranken hat den großen Vorteil, dass du alle Materialien einfach hineinstecken kannst.

Schön wird es, wenn man die Enden der Zweige nicht sieht. Deshalb bin ich, wie beim Adventskranz üblich, einmal im Kreis entlanggegangen, statt wild drauflos zu stecken, und habe alles überlappend nach der Dachdecker-Methode angebracht.

Zapfen gehören zu den wenigen Dingen, die sich nicht stecken lassen. Da habe ich jeweils Draht um den unteren Rand gelegt, hinten zusammengezwirbelt, den Draht in den Kranz gesteckt und hinten um eine Ranke gewickelt.

Schritt 4: Aufhängen des Herbstkranzes

Abschließend den Herbstkranz an der Türe aufhängen. Da mein Kranz nicht ganz exakt rund war, was er nie sein wird, wenn man ihn aus Naturmaterialien formt, musste ich noch etwas probieren wie ich ihn optisch am besten ausrichte.

Und dann bist du schon fertig! Schick mir gerne ein Foto deines Kranzes und hinterlasse im Kommentarfeld Tipps, wenn du Ergänzungen (gerne auch Pflanzentipps!) hast.

Wie lange hält der Herbstkranz?

Der Kranz sieht in vier Wochen anders aus als am ersten Tag. Die Hagebutten werden schrumpelig, die Hortensie verliert ihr Grün und wird papierig-beige. Das ist völlig normal.

Weil alles nur gesteckt ist, kann sich mit der Zeit einzelnes lockern und herausrutschen. Du ziehst dann heraus, was nicht mehr schön ist, und steckst etwas Neues an die Stelle. Den ganzen Kranz neu machen musst du dafür nicht — bei einem gewickelten oder geklebten Kranz ginge das nicht.

Mehr Herbstideen

Übrigens: Wenn deine Kinder mitbasteln wollen, ist der Kranz mit Draht und Schere nichts für kleine Hände. Dafür habe ich hier Herbstdeko zum Basteln mit (Klein)kind gesammelt.

Wie man mit wenig Material viel Wirkung erzielt, zeigt auch mein Beitrag übers Dekorieren fast ohne Dekomaterial.

Und wenn du noch mehr Herbst suchst: Die Igel aus Papptellern gehen auch mit kleinen Kindern.

Häufige Fragen zum Herbstkranz

Alles, was beim Trocknen die Form behält: ledrige, filzige oder nadelige Blätter wie Kiefer, Wacholder, Buchsbaum, Eukalyptus, Salbei, Lavendel oder Heidekraut. Weiche, wasserreiche Blätter fallen dagegen zusammen.

Nein. Kiefer, Eicheln, Zapfen und Hagebutten findest du am Waldrand oder im Park. Lavendel und Salbei wachsen auch im Balkontopf, und Besenheide gibt es im Herbst günstig im Supermarkt.

Nein. Ich habe alles frisch verarbeitet — der Kranz trocknet an der Tür von allein. Frisches Material lässt sich besser stecken, weil die Stiele noch biegsam sind. Vorgetrocknetes bricht leicht.

Ja, an einer überdachten Haustür hält er die ganze Saison. Bei Dauerregen ohne Überdachung besteht Schimmelgefahr.

Erst wenn die Dolden umgefärbt haben — grünlich oder rosa — und sich leicht pergamentartig anfühlen. Bei mir war das ab Mitte September so. Weiß und weich geschnitten welken sie und werden braun.

Bei einem Rohling aus Ranken nicht: Alles wird einfach hineingesteckt. Draht brauchst du nur für die Zapfen und zum Aufhängen. Bei einem gekauften Stroh- oder Metallkranz dagegen schon.

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