Der Garten – er ist meine neue Leidenschaft… Im August letzten Jahres durften wir umziehen, und genießen wir seitdem einen Alltag mit Garten. Mit allem was dazugehört: Laubrechen, Hecke schneiden, Trauben ernten, Beete umgraben… Über meinen „Start in’s Gartenleben“ habe ich in dem Artikel Gartenplanung für Anfänger – Meine Erfahrungen, Tipps & KI berichtet.
Immer mehr entdecke ich beim Gärtnern aber auch Wahrheiten für‘s Leben. Ja, es fasziniert mich, wie ich theoretisches Wissen erleben und vertiefen kann.
Während so mancher Tätigkeit sind mir Bibelverse eingefallen, und plötzlich verstand ich deren Bedeutung sehr viel tiefer.
Learning by doing sozusagen – aber auf viel tieferer Ebene.
Gärtnern lehrt mich mehr, als ich erwartet hätte. In diesem Artikel teile ich 4 Erkenntnisse aus dem Garten, die mich neu über Prioritäten, den richtigen Zeitpunkt und den Sinn des Lebens nachdenken lassen.
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1) Gute Pläne alleine reichen nicht…
Unser Garten war ursprünglich sehr durchdacht angelegt. Da er, wahrscheinlich aus Zeitmangel, jedoch jahrelang nicht gut gepflegt wurde, ist jetzt viel zu tun. Hier und da gibt es mir auch die Gelegenheit Beete neu zu gestalten.
Es dauerte nicht lange und schon waren viele Ideen da. Doch beim Recherchieren wurde mir relativ bald bewusst: Ich kann die Beete theoretisch einfach so pflanzen, wie ich es toll finde. Farbreich, die Höhe aufeinander abgestimmt, mit viel Aufwand. Doch wenn ich die benötigten Bodenarten, PH-Werte, Standorte und ggf. schlechte Nachbarn und die Außentemperatur nicht berücksichtige, dann wird es nichts werden – dann geht mir alles in kürzester Zeit ein oder wird sich nie voll entfalten… .
Ist es im Leben nicht auch so? Wir haben unsere Vorstellungen und Wünsche. Was generell ja nicht schlecht ist. Doch nicht immer sind sie auch gut. Wir können versuchen, sie einfach durchzudrücken – doch wenn es nicht passt, dann wird es auch mit viel Aufwand nicht gut werden.
Wie kann das Leben gelingen? Mich erinnert das ganze an eine Verheißung aus Psalm 16,11:
„Du tust mir kund den Weg des Lebens“ – ich muss es nicht selbst herausfinden, sondern habe jemanden, der mir Orientierung gibt. „Fülle und Freude ist vor deinem Angesicht“ – wie schön, was will ich mehr?!

2) Zuschnitt ist wichtig und wertvoll!
Hierzu sind mir gleich mehrere Punkte wichtig geworden:
- Die Pflanze hat nicht unendlich viel Energie – weshalb es den Zuschnitt braucht. Schneidet man nicht zu, dann passiert es bei vielen Pflanzen, dass sie einiges an Energie verschwenden. In Äste, die mich eigentlich nicht interessieren. Blüten und Früchte, die der Grund der Einpflanzung der Pflanze sind, fallen notgedrungen kleiner aus. Nur wenn man sie zuschneidet entfaltet sie das volle Potential hinsichtlich dem Zweck, für den sie gepflanzt wurde.
Das hat mir beim Schneiden neu bewusst gemacht, wie wichtig es ist, Prioritäten richtig zu setzen…! - Nur die Äste, die Frucht oder Blüte bringen, dürfen bleiben. Alles Andere schnitt ich weg – Ast für Ast. Ungeachtet dessen, wie hoch der Berg wurde.
Manchmal gibt es äußere Formen, Traditionen, Verhalten, dass theoretisch gut ist – die, ohne, dass man sie wirklich lebt, jedoch leer sind. Was bringt eine Entschuldigung, die nicht ernst gemeint ist und ohne Reue kommt? Ein Danke oder „Wie geht es dir?“ als reine Floskel? Das ist eigentlich fast schon Vergeudung. Wie schön ist aber eine wirklich ernst gemeinte Entschuldigung! Ein bewusstes „Danke“ und eine ehrliche Nachfrage, wie es dem Anderen geht!Während ich bei meinen Rhododendren Ast für Ast prüfte, ob er viele Blätter sowie Blüten bringt oder ob ich ihn abschneide, kam mir auch immer wieder die Bibelstelle in Matthäus 7,16-20 in den Sinn. Dort geht es darum, dass ein Baum, der keine guten Früchte bringt, abgehauen und in‘s Feuer geworfen wird. Echter Glaube an Gott bringt tiefgreifende Veränderung und innere, tiefe Freude und Frieden (Blüten, Früchte), die man nicht selbst erzeugen kann – intellektuelle Zustimmung oder Religiösität schaffen das nicht ansatzweise in diesem Maße.
- Der richtige Zeitpunkt und die richtige Schnittweise sind entscheidend! Schneidet man Rhododendren im Frühjahr stark zu, dann schneidet man damit die neuen Blüten ab. Denn Rhododendren bilden die Anlage für die Blüten immer im Vorjahr. Was man jedoch abschneiden sollte ist die alte Blüte, damit nach der Blüte alle Energie in die neue Blüte es Folgejahres gesteckt wird.
Bei Hortensien dagegen sind die alte Blütenstände –auch wenn sie komplett verwelkt sind- ein natürlicher Schutz für die neuen Knospen. Würde man sie nach der Blüte abschneiden, kann es dazu führen, dass die Blüte im kommenden Sommer ausfällt da die Knospen erfroren sind.
Bei vielen Sommerblumen oder auch Lavendel ist es jedoch so, dass sie eventuell ein zweites Mal blühen, wenn man die verblühten Blüten direkt abschneidet.
Das heißt – die Pflanze zum richtigen Zeitpunkt auf die richtige Weise geschnitten und man erhält eine wundervolle, kräftige Blüte. Was der richtige Zeitpunkt und die richtige Weise ist, kann jedoch nicht pauschalisiert werden.
So wie die Pflanzen, so sind auch wir unterschiedlich. Wo brauchen wir „Schnitte“ – jetzt gerade, in unserer Situation? Welche „Frucht“ (gem. Galater 5,22-23) fehlt dir gerade, möchtest du mehr kultivieren – und welcher „Schnitt“ wäre dafür gut?
- Die Pflanze hat nicht unendlich viel Energie – weshalb es den Zuschnitt braucht. Schneidet man nicht zu, dann passiert es bei vielen Pflanzen, dass sie einiges an Energie verschwenden. In Äste, die mich eigentlich nicht interessieren. Blüten und Früchte, die der Grund der Einpflanzung der Pflanze sind, fallen notgedrungen kleiner aus. Nur wenn man sie zuschneidet entfaltet sie das volle Potential hinsichtlich dem Zweck, für den sie gepflanzt wurde.
3) Wer nicht an der Quelle bleibt, verdurstet…
Manchmal geht es schnell, manchmal dauert es länger. Aber dass es passieren wird, steht fest.
In unserem Garten gibt es sehr sehr viel Efeu. Es ist schön, wenn der Garten auch im Winter grün ist – doch wenn der Efeu der Hecke, dem Holunder und anderen Pflanzen die Möglichkeit zum Wachsen und Leben nimmt, ist es zu viel. Wie man weiß, hält sich Efeu jedoch recht gut „fest“ und ist nicht einfach zu entfernen. Wie es trotzdem gut geklappt hat, die Pflanzen zu befreien – ohne allzu viel Kraftaufwand? Wir haben den Efeu an den Stellen, an dem er anderen Pflanzen geschadet hat, bodennah abgeschnitten. Die ersten Tage und Wochen sah alles (nahezu) unverändert aus. Doch nach einer Weile trocknete der von den Wurzeln abgeschnittene Efeu immer mehr aus – bis er sich sehr einfach entfernen ließ. Da er nichts mehr zustande brachte.
Diese Begebenheit erinnerte mich sehr stark an den Bibelvers in Johannes 15,5: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun“.
Dieser Vers ist ein Vers, den ich theoretisch gut kenne. Doch ich unterschätze seine Wahrheit sehr. Was mir die dicke Efeuranke, die vertrocknet in unserer Hecke hängt, sehr verdeutlicht hat….
Was gibt uns Kraft, erfrischt uns, gibt unserem Leben Sinn? Es macht Sinn, sich dem immer wieder bewusst zuzuwenden.

4) Kleine Schritte bewirken Großes
Ich bin gerne im Garten, habe im Alltag aber nicht so oft viel Zeit dazu. Vor allem nicht, um alles am Stück anzugehen. Doch hier und da gibt es eine kurze Wartezeit. Kurze Momente im Garten, in denen ich merke, dass ich doch ein wenig draußen sein kann, bis die Pizza fertig ist. Dann erledige ich eine Kleinigkeit. Entferne Efeu, grabe einen im Beet wild gewachsenen Baum aus, sammle Laub aus dem Beet, grabe den zugewachsenen Weg ein wenig weiter aus… Und nach und nach verändert er sich!
So dürfen auch wir uns verändern, uns weiterentwickeln. Und wer möchte, dessen Gärtnerrolle übernimmt Gott gerne. Gott, der die Orientierung hat. Der weiß, wie es gehört – da er der Schöpfer ist.
Das sind ein paar der Dinge, die mir während des „Arbeitens“ im Garten bewusst geworden sind. Vielleicht war ja auch ein hilfreicher Gedanke für dich dabei?
DIY: Efeu Türkranz
Zum Abschluss an dieser Stelle noch ein kurzes, einfaches DIY: Da der Efeu so lange noch frisch aussieht (und selbst vertrocknet noch schön anzuschauen ist) eignet er sich super für einen Türkranz. Einfach mehrere Ranken abschneiden, zu einem Kreis binden, und fertig. Alternativ kann man ihn auch um einen Metallkreis wickeln. In dem „gewebten“ Kreis lassen sich dann gut Hagebutten, Blumen (im Sommer) oder Gräser hineinweben und geben einen guten Kontrast zu dem Grün des Efeus.

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